Der Verlag
Ein Verlag, ein Autor, ein Zeichner
Der Martin Schülbe Verlag wurde im April 2022 in Nürnberg gegründet und veröffentlicht Graphic Novels, die reale Symbolfiguren realer Städte erzählen. Geschichte, Zeichnung, Satz, Herstellung und Pressearbeit liegen in einer Hand.

Heimatkunde ist nicht langweilig. Sie ist nur selten erzählt worden.
Sie finden auf dieser Webseite meine Graphic Novels — ich hoffe, sie gefallen Ihnen! Wenn Sie sich jetzt noch fragen, wer sie sich ausgedacht, geschrieben und gezeichnet hat, können Sie an dieser Stelle noch einige Zeilen über mich lesen. Ich versuche mich kurz zu fassen, aber wie Sie sich vielleicht bereits denken, erzähle ich gern …
Herkunft
Das Licht der Welt erblickte ich am 28. Dezember 1979 um 13.38 Uhr im Krankenhaus Neu-Mariahilf in Göttingen, weshalb manch einer behaupten könnte, ich sei eigentlich Niedersachse. Tatsächlich nahm mich meine Mutter aber schon vier Stunden später mit nach Hause, welches damals und in den folgenden drei Jahrzehnten Bad Sooden-Allendorf war. Somit darf ich mich getrost als Hesse beziehungsweise Nordhesse bezeichnen.
Ich wuchs heran als Kind eines Zweiradmechanikermeisters und einer Industriekauffrau, die gemeinsam das „Zweiradhaus Schülbe“ betrieben — ein Geschäft für den Verkauf und die Reparatur von Motor- und Fahrrädern. Mein drei Jahre älterer Bruder war eindeutig der Stammhalter, fing schon im Alter von drei Jahren mit dem Motorradfahren an und erwarb später denselben Meistertitel wie unser Vater.
Für mich war eine ganz ähnliche Laufbahn vorgesehen, was schon mit der Wahl meines Vornamens begann: Ich heiße Martin nach Martin Lampkin, der 1975 die erste Trial-Weltmeisterschaft gewann und ebenfalls am 28. Dezember geboren wurde. Als ich drei Jahre alt war, versuchte mein Vater, mir einen Arbeitsoverall anzuziehen. Ich soll dabei geschrien haben.
Der erste Comic-Held
Statt für die Werkstatt interessierte ich mich für das Keyboard, das mir der Weihnachtsmann kurz vor meinem sechsten Geburtstag brachte. Auf ihm spielte ich „manchmal wochenlang das gleiche Lied, und zwar so laut, dass es bis in die Werkstatt zu hören war“, wie mein Vater berichtet — denn Üben besteht nun mal aus immerwährender Wiederholung.
Wann ich meinen ersten Comic-Helden erfand, können weder meine Eltern noch ich genau sagen. Fest steht nur, dass man ihn heute eher der Naiven Kunst zuschreiben würde. Er hieß Lars, war genauso naiv wie ich seinerzeit und interessierte sich sehr für Nitroglycerin. Pointe eines jeden der unzähligen Comicstrips war, dass irgendwas in die Luft flog. Die Lars-Heftreihe produzierte ich ebenso aufwändig wie sorgfältig mit dem heimischen Kopiergerät. Hätte mein Vater herausbekommen, wie viele Ressourcen ich dabei verschwendete, er wäre wohl kaum mein einziger und treuer Leser gewesen.
Journalismus
Dennoch entschied ich mich gegen das Zeichnen und für den Journalismus, inspiriert von der täglich auf dem Esstisch liegenden Hessischen/Niedersächsischen Allgemeinen. Nachdem ich den Mofaführerschein in der Tasche hatte, nahm ich erste Pressetermine für das Anzeigenblatt „Werra-Blitz“ wahr. Später entdeckte meine Oma Erna eine Stellenanzeige für ein Praktikum in der Witzenhäuser Redaktion der HNA, auf das ich mich erfolgreich bewarb; nach einjähriger Tätigkeit dort bekam ich auch einen Volontariatsplatz.
Bewegtbild
In den Jahren danach versuchte ich mich als Videoproduzent, wobei es mir insbesondere der Videoschnitt angetan hatte. Eine Zeit lang arbeitete ich in der On-Air-Promotion von ProSiebenSat.1, wo ich mir Film- und Serientrailer für die Programmvorschau ausdachte und schnitt.
Weiter als Videoproduzent arbeiten wollte ich danach eigentlich nicht mehr, weil gute Videos zu viel Geld kosten und ich selten einen Auftraggeber hatte, der dieses Geld in die Hand nehmen wollte. Ein Freund gab schließlich den entscheidenden Impuls, als er zu mir sagte: „Martin, ich habe den Eindruck, dass du viel anfängst und nichts mehr zu Ende bringst.“
Der Verlag
Noch vor Beginn meiner letzten Tätigkeit im Angestelltenverhältnis fand ich das Andere, als ich nämlich wieder mit dem Zeichnen begann. So konnte ich die Geschichten, die ich ohnehin schon mein ganzes Leben mit mir herumtrug, als Graphic Novels unter die Leute bringen. Hierbei handelte ich jedoch sofort gegen den Rat des erwähnten Freundes und begann gleich mit mehreren Projekten: Mir war klar, dass ein Erfolg in diesem Bereich nur eintreten kann, wenn es nicht bei nur einer Veröffentlichung bleibt. Ein Schritt in diese Richtung war die Gründung des Martin Schülbe Verlags.
Martin Schülbe